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Gedanken & Impulse

Wenn der Job nicht mehr passt – muss ich wirklich gehen?

Dein Vorgesetzter ist eine Herausforderung für dich? Ein Kollege nervt dich zunehmend? Du fühlst dich unterfordert, überfordert oder fragst dich immer häufiger: Bin ich hier eigentlich noch richtig?

Jürgen Knappich · 26.09.2026

Weiße Schuhe vor drei mintfarbenen Richtungspfeilen und Fragezeichen – bleiben, verändern oder gehen?

Vielleicht denkst du bereits über einen Jobwechsel nach.

Und möglicherweise ist genau das irgendwann die richtige Entscheidung.

Aber bevor du gehst, lohnt sich eine andere Frage:

Hast du wirklich schon alle Möglichkeiten gesehen?

Denn wenn wir mitten in einer schwierigen beruflichen Situation stecken, sehen wir häufig nur einen Ausschnitt. Wir erleben den Konflikt, den Stress oder die Unzufriedenheit – und suchen verständlicherweise nach einem Weg heraus.

Coaching kann dabei helfen, einen Schritt zurückzutreten und die Situation aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Nicht mit dem Ziel, dich zum Bleiben zu bewegen. Und auch nicht mit dem Ziel, dich zur Kündigung zu bringen.

Sondern um herauszufinden, was du tatsächlich verändern möchtest – und welche Möglichkeiten du dafür hast.

Wenn aus „Eigentlich mag ich meinen Job“ plötzlich „Ich muss hier weg“ wird

Vielleicht kennst du solche Gedanken:

„Eigentlich mache ich meinen Job gerne, aber mit meinem Chef halte ich es nicht mehr aus.“

„Die Aufgaben wären interessant, aber die Zusammenarbeit im Team kostet mich unglaublich viel Energie.“

„Ich verdiene gut und habe viele Freiheiten – trotzdem habe ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten.“

„Ich weiß nicht einmal genau, was mich stört. Ich weiß nur, dass es so nicht weitergehen soll.“

In solchen Situationen erscheint ein Jobwechsel schnell als logische Lösung.

Und natürlich kann ein Wechsel genau richtig sein.

Problematisch wird es nur, wenn wir eine Entscheidung treffen, bevor wir verstanden haben, was eigentlich hinter unserer Unzufriedenheit steckt.

Denn vielleicht verlassen wir dann einen Job, den wir grundsätzlich gerne machen – wegen eines Problems, für das es noch andere Lösungen gegeben hätte.

Veränderung bedeutet nicht automatisch, etwas Neues zu machen

Wenn wir über Veränderung sprechen, denken wir meistens zuerst an unser Verhalten.

Ich spreche meinen Chef auf das Problem an.

Ich grenze mich stärker ab.

Ich organisiere meinen Arbeitstag anders.

Ich übernehme andere Aufgaben.

Ich wechsle die Abteilung.

Oder ich kündige.

Das sind Veränderungen auf der Verhaltensebene. Wir verändern etwas an unserem Handeln oder an den äußeren Umständen.

Das kann sehr wirksam sein.

Manchmal reicht es aber nicht.

Denn möglicherweise liegt der entscheidende Hebel eine Ebene tiefer.

Die zweite Ebene: Einstellungen verändern

Wir alle betrachten unsere berufliche Realität durch unsere eigene Brille.

Unsere Erfahrungen, Erwartungen, Werte und Überzeugungen beeinflussen, wie wir Situationen bewerten.

„Mein Chef müsste meine Leistung eigentlich sehen.“

„Wenn ich Nein sage, enttäusche ich andere.“

„Ich muss zeigen, dass ich das alleine schaffe.“

„Wenn mein Kollege sich so verhält, kann ich nicht vernünftig mit ihm zusammenarbeiten.“

„In diesem Unternehmen werde ich sowieso nichts verändern.“

Solche Gedanken können vollkommen nachvollziehbar sein. Trotzdem lohnt es sich, sie zu überprüfen.

Was wäre, wenn es noch eine andere Sichtweise auf dieselbe Situation gäbe?

Genau hier beginnt Veränderung auf einer zweiten Ebene.

Nicht nur:

Was kann ich anders machen?

Sondern:

Wie denke ich über die Situation? Welche Erwartungen habe ich? Welche Bedeutung gebe ich dem Verhalten anderer? Und welche meiner Annahmen habe ich bisher noch gar nicht hinterfragt?

Das bedeutet nicht, sich eine schlechte Situation schönzureden.

Es bedeutet, den eigenen Handlungsspielraum zu vergrößern.

Perspektivwechsel schafft neue Möglichkeiten

Stell dir vor, du hast ständig Konflikte mit deinem Vorgesetzten.

Die naheliegende Erklärung lautet vielleicht:

„Wir können einfach nicht miteinander.“

Aber was passiert, wenn du beginnst, andere Fragen zu stellen?

Was genau löst die Konflikte aus?

Welche Erwartungen habe ich an meinen Vorgesetzten?

Welche Erwartungen hat er oder sie möglicherweise an mich?

Was davon wurde jemals ausgesprochen?

Welche Rolle nehme ich selbst in dieser Beziehung ein?

Was tue ich regelmäßig, das möglicherweise unbeabsichtigt dazu beiträgt, dass sich das Muster wiederholt?

Was könnte ich beeinflussen – und was tatsächlich nicht?

Und was müsste sich verändern, damit ich wieder gerne zur Arbeit gehe?

Plötzlich gibt es nicht mehr nur zwei Möglichkeiten:

Aushalten oder kündigen.

Vielleicht gibt es fünf, zehn oder noch mehr.

Genau hier kann Coaching helfen

In einer belastenden Situation ist es schwierig, gleichzeitig Beteiligter und neutraler Beobachter zu sein.

Wir drehen uns gedanklich im Kreis. Wir sprechen mit Freunden, unserem Partner oder Kollegen – und bekommen gut gemeinte Ratschläge.

„Ich würde sofort kündigen.“

„Bleib bloß dort, so einen Job findest du nicht wieder.“

„Sprich endlich mit deinem Chef.“

Das Problem dabei: Jeder betrachtet deine Situation durch seine eigene Brille.

Im systemischen Coaching geht es deshalb nicht darum, dir zu sagen, was du tun sollst.

Es geht darum, gemeinsam deine Situation zu durchleuchten, Muster sichtbar zu machen und neue Perspektiven zu entwickeln.

Dabei können ganz unterschiedliche Fragen entstehen:

Was ist dir in deinem Berufsleben wirklich wichtig?

Was fehlt dir gerade?

Was möchtest du bewahren?

Was möchtest du verändern?

Welche deiner Bedürfnisse kommen zu kurz?

Welche Erwartungen sind realistisch – und welche vielleicht nicht?

Wo kannst du selbst etwas beeinflussen?

Welche Alternativen hast du bisher noch nicht betrachtet?

Und natürlich auch:

Was spricht tatsächlich dafür, diesen Job zu verlassen?

Denn Coaching bedeutet nicht, immer einen Weg zum Bleiben zu finden.

Manchmal führt ein klarer Blick auf die Situation gerade zu der Erkenntnis: Ich möchte gehen.

Der Unterschied ist, dass die Entscheidung dann nicht ausschließlich aus Frust entsteht, sondern aus Klarheit.

Was wäre, wenn du kündigst – und später feststellst, dass es eine andere Lösung gegeben hätte?

Diese Frage finde ich besonders spannend.

Stell dir vor, du verlässt einen Job, den du im Grunde gerne gemacht hast.

Die Aufgabe hat zu dir gepasst. Das Unternehmen vielleicht auch. Die Rahmenbedingungen waren gut.

Aber ein Konflikt wurde irgendwann so dominant, dass du nur noch einen Ausweg gesehen hast: gehen.

Und sechs Monate später denkst du:

Vielleicht hätte ich etwas verändern können.

Vielleicht hätte ein anderes Gespräch geholfen.

Eine klarere Grenze.

Eine veränderte Rolle.

Eine andere Erwartung.

Ein interner Wechsel.

Oder schlicht eine andere Sicht auf bestimmte Situationen.

Natürlich gibt es keine Garantie dafür.

Aber genau deshalb lohnt es sich, vor einer großen äußeren Veränderung zunächst den eigenen Möglichkeitsraum zu untersuchen.

Nicht jede Veränderung beginnt mit einer Kündigung

Vielleicht stellst du am Ende fest, dass dein Arbeitsplatz tatsächlich nicht mehr zu dir passt.

Dann kann ein Wechsel ein konsequenter nächster Schritt sein.

Vielleicht stellst du aber auch fest, dass du deinen Job gar nicht verlassen möchtest.

Du möchtest ihn anders erleben.

Du möchtest anders kommunizieren.

Andere Grenzen setzen.

Deine Rolle verändern.

Mehr Verantwortung übernehmen.

Verantwortung abgeben.

Oder bestimmte Situationen schlicht anders bewerten.

Manchmal verändert sich erstaunlich viel, wenn wir nicht sofort versuchen, unsere Umwelt zu verändern, sondern zunächst überprüfen, mit welcher Haltung und welchen Annahmen wir ihr begegnen.

Darin kann ein Schlüssel zu mehr beruflicher Zufriedenheit und auch zu mehr Erfolg liegen.

Vielleicht brauchst du nicht sofort einen neuen Job. Sondern zunächst eine neue Perspektive.

Wenn du gerade an einem Punkt stehst, an dem du nicht weißt, ob du bleiben, etwas verändern oder gehen möchtest, musst du diese Entscheidung nicht vorschnell treffen.

Manchmal hilft ein neutraler Blick von außen, um zu erkennen, was im eigenen Denken gerade nicht sichtbar ist.

Als systemischer Coach gebe ich dir nicht die Antwort darauf, ob du kündigen solltest.

Ich unterstütze dich dabei, deine eigene Antwort zu finden.

Wenn du herausfinden möchtest, welche Möglichkeiten du in deiner aktuellen beruflichen Situation hast, können wir uns in einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch anschauen, ob und wie Coaching dich dabei unterstützen kann.

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